H1 | Viel Aufwand – kein Ertrag – oder doch?

Geschrieben von Tom Lustenberger.

Nach einer langen (Handball)-Pause startete das Team von Thomas Lustenberger in die neue Saison 20/21. Um es bereits vorab zu nehmen, leider mit einer Niederlage.

Die abgebrochene Saison war für unser Team Fluch und Segen zugleich. Zum einen waren wir enttäuscht, dass wir die Saison nicht ausspielen konnten und zum anderen kam der Abbruch genau zum richtigen Moment. Die «Bobos» und «Wewelis» haben aufgrund des dünn gesäten Kaders stark zugenommen. Nach Abbruch der Saison stand die Rekonvaleszenz im Vordergrund. Die aufgedrückte Pause dauerte doch länger an, als uns lieb war. Die Euphorie des Trainers, eine gründliche sowie saubere Vorbereitung in Angriff zu nehmen, wurde jedoch durch die Auflagen des Bundes leider die Emme runtergespült. So übten wir uns mit Geduld bis es dann im Juni wieder los gehen konnte. Aber wie! Als es hiess, wir dürfen zurück in die Halle wurden wir erneut vor eine grosse Herausforderung gestellt. Denn mit lediglich 5 Personen in einem Hallendrittel, ein qualitativ gutes Training zu organisieren, war nicht ganz ohne und wäre das nicht genug gewesen, wurden wir darüber informiert, dass die «Ei-Halle» dringend ein neues Dach benötigt. Der Sicherheit wegen mussten wir die Halle erneut räumen, sodass wie im Zirkus Fangnetze für die Trapezkünstler, pardon Dachdecker aufgebaut werden konnten. Und was hiess das für uns?

Genau! Athletiktraining! Und so trafen wir uns Woche für Woche auf der Finnenbahn und drehten unzählige Kilometer. Des Spielers grösste Freude (Achtung Ironie) bereitete, dass die Athletiktrainerin mit Intervalleinheiten die Spieler mit einer noch höheren Pace über die Finnenbahn schickte. Wir verbrachten so viel Zeit auf der Aussenbahn, dass sogar die Fussballer, welche am trainieren waren, demotiviert den Platz verliessen, als sie sahen wie Melas Runde um Runde immer schneller, aber nicht müder wurde.
So ging es dann endlich nach den Sommerferien in die Halle zurück wo wir mit dem Mannschaftstraining starteten. Und ja, dieses Jahr kann man von einer «richtigen» Mannschaft sprechen. Den erfreulicher weise hatten wir lediglich einen Abgang zu verzeichnen. Dafür kamen altbekannte Gesichter wie Philippe Meier und Pascal Renggli von ihren Verletzungen zurück und Livio Schumacher wagte den Schritt von den Junioren zu den Aktiven. Weitere Verstärkung erhielten wir durch Domenic Bachmann, Felix Stalder sowie Oliver Ulrich. Und die Neuzuzüge schliesst Pascal Marro vom HC Kriens kommend ab. So und jetzt zurück zum Spieltag!
Mit einem schon lange nicht mehr dagewesenen 13 Mann starken Kader dislozierten die Maltesers gut gelaunt mit dem Mannschaftsbus Richtung Aargau. Am Zielort angekommen begrüsste uns eine tolle, moderne Halleninfrastruktur. Passend zum Wetter durften wir auch in der Halle gefühlte 50 Grad erleben und die Luft wurde mit feinem Pommesfrittes-Duft angereichert.

Das Einlaufen der Spieler war fast gleichzusetzen mit dem Einlaufen der Gladiatoren in das Kolosseum. Die Stimmung war gut und die Zuschauerränge trotz Corona gut gefüllt. Und dann ging es los! Es gelang uns dank guter Defensivarbeit sowie einfachen Toren einen raschen Vorsprung von zwischenzeitlich 5 Toren heraus zu spielen. Nach einer kurzen Schrecksekunde, als Nasgoul Philipp einem unerreichbaren Ball hinterher düste und sich dabei auf jenem Sportgerät vertrampte und liegen blieb, schossen einem die Bilder seines Achillessehnenrisses von letzter Saison vor dem geistigen Auge vorbei. Gottseidank halfen ein Coolpad und ein paar aufstellende Worte, um wieder erneut anzugreifen. In die Pause konnten wir einen drei Tore Vorsprung mitnehmen. Allseits sichtlich überrascht, dass gegen einen Gegner wie Mutschellen, welche Ambitionen für einen Aufstieg in die Erstliga hegen, wir eine so starke erste Halbzeit zeigen konnte, liess uns um so härter in der zweiten Hälfte in die Realität zurückholen. Andri Burri, absitzend einer noch in der ersten Hälfte ausgesprochenen Zeitstrafe sowie eine Manndeckung auf unseren Rückraum Links lies uns verzweifeln. Obwohl der Coach nach 6 Minuten mit einem Time-out versuchte die Mannschaft wachzurütteln, gelang es dem Team nicht aus dieser Schockstarre zu entkommen. Und so passierte es, dass wir auf einmal von +3 auf -5 gefallen waren und einem Rückstand hinterherliefen. So plätscherte das Spiel hin und her bis wir ca. 4 Minuten 30 Sekunden vor Spielende auf eine offene Manndeckung umstellten, in der Hoffnung unsere Gegner zu verunsichern sodass wir einfach Tore erzielen können. Dank unserer intensiven und sehr abwechslungsreichen Athletiktrainings konnten wir tatsächlich die Mutscheller unter Druck setzen, sodass wir auf 33:32 aufschliessen konnten. Leider vergaben wir in der letzten Spielminuten noch der eine oder andere Wurf, sodass sich am Resultat nichts mehr änderte.

Trotz dieser knappen Niederlage, zeigten sich Spieler und Trainer äusserst zufrieden. Die gezeigte Leistung macht Lust auf mehr und wir freuen uns auf weitere spannende Spiele.

Nächstes Spiel am kommenden Sonntag um 15.00 Uhr in Horgen/Wädenswil.